Kleidungs-Tipps für alle vom Stand der Kaufleute
um das Jahr 1500
Buchtipps: "Textiler Hausrat" + "Reclams Mode- und Textillexikon"
Qualität der Stoffe
- alles möglich
- aus Naturmaterial, d.h. am besten Leinen
- Baumwolle ist auch möglich
- Damast, Atlas, Seide, Samt ist aber für das Gewand verboten
- Samt/Seide ist für das Wams am Hals erlaubt (Verbrämung?)
- Farben:
- blau = gehoben
- rot
- grün
- verboten ist gelb
- schwarz eher nicht, da dies damals sehr schwer zu färben war.
Muss
- Kopfbedeckung
- verdeckt nähen und Knopflöcher mit der Hand!
DONTs
- kein (Leder-)Mieder als Gürtel
- keine Glöckchen (war ca. 1400 voll im Trend)
- gelber Stoff / gestrickte Strümpfe / Sandalen
- kein Trinkbecher am Kleid
- keine Wulstrollen mit Haarnetz
- kein Tunneldurchzug am Hals/Ärmel - keine Spitze
- kein Reißverschluss, Ösen mit Haken gab es wohl schon
- Für Verschlüsse wurden meist Lederbänder verwendet - nicht über Kreuz verschnüren.
Zubehör
- Gürtel (lang) und Taschen
- Gürteltaschen (Mann), bei den Frauen hängt die Tasche lang
- Essbesteck darf mitgeführt werden, aber nicht viel mehr
Kopfbedeckung
- sie war sehr unterschiedlich
- Haarbänder für junge Mädchen (Kränze, Blumen)
- Barett nur für den höheren Stand (Fängt bei den Kraemern an)
- Filzkappen (auch für Frauen)
- Kugelhauben (mit Wulstrollen)
- Haube/Filzkappe mit Schleier um den Kopf mit Wulstrolle

Schuhe und Strümpfe
- Schuhe sind abgerundet, nicht spitz und lang
- Geschlossene Schuhe (z.B. Birkenstock), keine Sandalen
- sind genäht, keine Wollsocken
Mantel
- eher wie eine Decke - ohne Ärmel
Schmuck
- z.B. Rosenkranz
Frauengewand
- Hemd = vgl. unser Unterkleid
- alles möglich
- aus Naturmaterial, d.h. am besten Leinen
- Baumwolle ist auch möglich
- Damast, Atlas, Seide, Samt ist aber für das Gewand verboten
- Samt/Seide ist für das Wams am Hals erlaubt (Verbrämung?)
- Farben (blau = gehoben/ rot / grün) - verboten ist gelb, schwarz eher nicht, da dies damals sehr schwer zu färben war.
- Unterkleid = Cotte
- knöchellang, auch ärmellos möglich
- einem Kleid ähnlich, aber viel einfacher gehalten Dieses Kleidungsstück kann man getrost wegfallen lassen, da es nicht zu sehen und im Sommer einfach zu heiß dafür ist. Früher zog man bei der Arbeit einfach den Ärmelrock aus um die Kleidung zu schonen. Deswegen war das Unterkleid wichtig, denn das Hemd war schließlich nur die Unterwäsche.
- Hauptkleid mit Ärmel = Ärmelrock
- ruhig körperbetont und eng, knöchellang
- Rock nannte man Halbrock und den trug man zum (Ärmel-) Rock
- weite Ärmel (es gibt verschiedene Ärmelmöglichkeiten)
- Dein Kleid sollte lange Ärmel haben, du kannst die Ärmel auch durch einen Verschluss an das Kleid befestigen, so dass sie jederzeit abtrennbar sind. Früher trug man auch Schmuckärmel, die man auswechseln konnte. (= Liebespfand)
- Mieder (=Oberbekleidungsteil) ist ein Teil vom Kleid
- Schnürung (vorne, hinten, seitlich) nie über Kreuz; schnüren, wie wenn man näht

Männergewand
- Hemd - vgl. Unterkleid bei der Frau
- besser aus weißem Leinen
- Ärmel wird direkt am Hals eingesetzt (kann weit sein)
- Ohne Tunneldurchzug an Hals und Ärmel (Keine Spitze)
- lang, auch für die Männer (knielang)
- Wams = Schecke
- sieht aus wie die heutige Weste
- sollte Ärmel haben, die aber abnehmber sein können
- Länge kann bis über die Hüfte gehen
- Rock = Oberrock = Schaube
- (wie man sich einen Mantel vorstellt) eher wie Kutten, bis zum Boden reichend
- weite Ärmel (je mehr Stoff, desto reicher war der Mann)
- beim Bauer endete der Rock oberhalb des Knies; bei einem Kraemer darf er ruhig lang sein, das zeigt unseren Reichtum
- Hose
- besser keine Trikotware, obwohl es optisch gut ist
- Hier muss jeder seine eigene Entscheidung zwischen der Historie und der heutigen "Mittelalterzeit" treffen.
- Glatt und am Bein anliegend (nicht geschlitzt - Ausnahme: am Knie)
- Muss keinen Fuß haben
- ist am Po hinten offen
- Hose wurde auch durch Bänder vom Wams gehalten
- Bei Hitze: Hose wird von oben bis zu den Knien herabgerollt

